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The Killer Inside Me (USA 2010)

Juli 3, 2011

Besser spät als nie! -  7 / 10

…und was auf die Fortsetzung meines Blogs zutrifft, greift auch bei der Verfilmung der bereits 1952 erschienenen Noir-Novelle von Jim Thompson.

Lou (Afflek) am Klavier.

Große Namen (Affleck, Alba, Hudson), große Kontroverse, also auch großes Kino? Ja und gleichzeitig auch nein. Ein absolut gelungener Film mit einer sehr ausdrucksstark inszenierten Bildsprache. Diese ist Teils sehr schön dem Noir entlehnt,  aber auch nur genau so weit, wie sie mit dem Setting des Filmes harmoniert.

Der Erzähler der Geschichte ist, stilecht, der Protagonist selbst. Und wenn dieser mit im Texas-Akzent ertränkter Fistelstimme zu unbewegtem Minenspiel seine Gedanken offen legt, ist es auch eher ein fröstelndes Schauern, das den Zuschauer befällt, als Empathie. So hat der Zuschauer dann nicht zuletzt die Bürde, als Eingeweihter hilflos mit an zu sehen, wie Lou,  scheinbar unbehelligt von den gutgläubigen Kleinstädtern, neben der Rolle des netten Hilfssheriffs, sein Unwesen treibt. Diese Ohnmacht manifestiert sich gerade auch in den kontrovers diskutierten, da sehr ausführlich dargestellten, Gewaltexplosionen gegenüber den (einzigen) weiblichen Charakteren.  Sie sind daher nicht als billige Schockeffekte einzuordnen, sondern legitimes Ausdrucksmittel der kompromißlosen Darstellung des Filmes.
Was fehlt, aus meiner Sicht, zum ganz großen Kino? Die Intensität und Kontinuität der Erzählung die es schaffen würde den Zuschauer vollständig in den Bann der Hauptfigur zu ziehen. Die sehr nebulöse Umreißung der Vorgeschichte mag beabsichtigt sein, doch trägt sie dazu bei den Zuschauer auf großer Distanz zu halten und erlaubt es kaum in die Abgründe des Lou Ford tatsächlich einzutauchen. Zudem hätte der Film, neben einer anderen Besetzung als Jessica Alba, auch ein weniger aufgesetztes Finale verdient. Schade, aber dennoch sehenswert!

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Noiresque Photographie

Januar 22, 2010

Ein bisschen noir steckt in jeder Stadt!

HDR-Photographie, aufgenommen in der Villinger Altstadt.

Und während mein Film-Konsum analog zur Zeit bis zu den anstehenden Klausuren weiter abnimmt, bot sich mir zur Abwechslung die Gelegenheit, ausgerüstet mit einer geliehenen Canon EOS 500D, in bescheidenem Maße selbst  mal wieder düstere Kunst zu produzieren. Der Ausflug ins schöne, doch bitterkalte Villingen bescherte dann nicht nur meinem Team eine gelungene Hintergrundgrafik für unsere interaktive Medieninstallation, welche zum Tag der Medien ausgestellt wurde, er bereitete auch mir persönlich viel Freude bei den Aufnahmen und der anschließenden Bildbearbeitung. Die ausgezeichnete semi-professionelle Kamera lies mich zum ersten Mal selbst mit der Materie der HDR-Photographie experimentieren und ich denke das Ergebnis kann sich für einen ersten Versuch auch durchaus sehen lassen! Die Technik eignet sich hervorragend gerade um atmosphärische Nachtaufnahmen noch weiter zum Leben zu erwecken. So liefern die verschiedenen Belichtungszeiten des HDRs einerseits unglaublich filigrane Details bis hinein in die dunkelsten Schatten, andererseits überzeugen die Bilder durch atmosphärische Reflektionen und Spitzen.
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District 9 (NZ, USA 2009)

Januar 9, 2010

Muppetshow garniert mit Transformers? – 3.5/10

Kai-Uwe bastelt gerne mit alter Hardware.

District 9 entpuppt sich leider als einer der gnadenlos überhyptesten Filme, die ich je gesehen habe. Der absolut dämlich umgesetzte Dokumentarstil im ersten Drittel mit mindestens einem Schnitt pro Sekunde ist bestenfalls nervtötend und meiner Meinung nach auch schlichtweg billig. Ich habe nichts gegen den Einsatz von Handkameras und generell auch nichts gegen Trash, so lange dieser filmerisch auch gut gemacht ist – daß dies möglich ist haben viele Filme schon bewiesen. District 9 kann sich zudem auch einfach nicht entscheiden, was es denn nun sein will – Mockumentary mit Realitätsanspruch und Wackelkamera, hollywood-kitsch Action oder Splattertrash? Leider leidet nicht nur die Machart am fehlenden Gesamtkonzept, sondern darüberhinaus auch die Story, welche von Anfang bis Ende gespickt ist von elementaren Logiklöchern. Kostprobe?
Sich von Katzenfutter (Alf?) ernährende ekel Aliens lassen sich in Slums einpferchen, leben in Müllhütten und wissen nicht so recht, was sie mit ihrer fliegenden Untertasse anfangen sollen. Nebenher bauen sie aus alten Tetrapacks(?) Wunderwaffen und Kampfroboter, die sie aber lieber für eine Dose Whiskas an die Neger im Slum verkaufen, als mal kräftig auf den Putz zu hauen – zu was bauen sie denn diese Waffen, wenn sie doch eigentlich Mutter Theresa sind? Und warum ist nur Kai-Uwe der Computerfreak in der Lage aus alten 486ern und ein paar Diskettenlaufwerken ein kleines Miniraumschiff zu bauen?

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Film Noir Collection

Januar 4, 2010

Viel Schwarz für wenig Geld!

Wie unschwer aus meinem Artikel zu Billy Wilders Double Indemnity herauszulesen war, löste der Film bei mir helle Begeisterung aus.

Nun mußte ich dieses Meisterwerk also unbedingt selbst auf DVD besitzen und ich machte mich auf die Suche.  Ohne hier für das ohnehin größte Onlineversandhaus Werbung machen zu wollen, bin ich letztendlich bei der Amazon-Suche auf die Film Noir Collection, der Classic Cuts Collection gestoßen.

Diese Sammlung enthält insgesamt vier herausragende Filme der klassischen Noir-Epoche 1944-1950:

Double Indemnity (kein weiterer Kommentar nötig!)
Gilda (mit Rita Hayworth!)
The Killers (basierend auf einer Geschichte von Ernest Hemmingway!)
In a Lonely Place (mit Humphrey Bogart!)

Soviel hochklassige Filmkost in einer DVD-Kollektion – überflüssig zu schreiben, daß für mich kein Zweifel bestand diese auf schnellstem Wege an mich bringen zu müßen.
Der Preis wäre für mich dabei zunächst zweitrangig gewesen, doch dieser war letztendlich die Sensation an sich: Gerade 6,90 Euro für die komplette Kollektion als UK-Import!
Der Versand aus Großbritannien schlägt dabei nochmal mit 3 Euro zu buche, was aber absolut vertretbar ist! Bei dieser Qualität hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken für jeden einzelnen Film diesen Betrag hingeblättert!

Ich freue mich auf einen spannenden, tollen DVD-Abend heute!

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Schindler’s List (USA, 1993)

Dezember 30, 2009

Marathon der Grausamkeiten – 7.5/10

Nun mußte ich mir dieses vermeintliche Meisterwerk ja doch mal zu Gemüte führen. Meisterwerk? Nein, ich kann mich hier der landläufigen Meinung nicht anschließen.
Ein durchaus guter und sehenswerter Film, aber es fällt mir schwer einen Film als Meisterwerk zu betrachten dessen äußere Form zwar überaus überzeugend ist, Spielberg das Talent abzusprechen vermag ich wohl kaum, dessen Handlung allerdings dabei mehr oder weniger untergeht, abgesehen von der nicht existenten Ausarbeitung der Charaktere.
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Double Indemnity (USA, 1944)

Dezember 25, 2009

From the Moment they met it was Murder! – 9.5/10

Um die Überschrift fortzuführen könnte man auch zusammenfassend sagen, “The purest essence of Film noir!”, was Billy Wilder 1944 da auf Zelluloid gebannt hat.  Die tiefe Schwärze dieses Films macht Süchtig von der ersten Minute an. Das geniale Intro, ein unheimliches Schattenspiel eines Mannes auf Krücken zieht den Zuschauer bereits nach Sekunden in den Bann und stimmt ihn ein auf die kommenden Einhundert Minuten Düsternis und menschlicher Abgründe.
Walter Neff schleppt sich mit letzter Kraft, schwer verwundet in das verlassene Büro des Kollegen und gesteht zerknirscht: “I killed him for money and for a woman. I didn’t get the money… and I didn’t get the woman.”
Und so nimmt er uns mit in seinem Geständnis, zurück zu ihr, Phyllis Dietrichson, der er (trotz unansehnlicher blonder Perücke) hoffnungslos verfallen alle Grundsätze, alle Moral über Bord warf,  zurück zu ihr, oh Femme fatale! Dem Zuschauer bleibt keine Wahl, zu verlockend ist das Böse, er fiebert mit den beiden mit und wird belohnt dabei mit wunderschönen Bildern, die man später als den klassischen Film Noir bezeichnen wird. Ein herausragender Film, den jeder mit einem Hauch von Schwarz auf der Seele gesehen haben muß!

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Jacob’s Ladder (USA, 1990)

Dezember 21, 2009

Vorhof der Hölle New York City – 9/10

Da wurde mir ein wahres filmerisches Juwel empfohlen! Jacob’s Ladder wird mir sicherlich noch eine ganze Zeit sehr gut im Gedächtnis bleiben. Adrian Lyne schafft es innerhalb weniger Minuten den Zuschauer in einer unglaublich dichten Atmosphäre gefangen zu halten, die auch über den Großteil des Films hinweg aufrecht erhalten bleibt.

Insbesondere die U-Bahn Sequenz zu Beginn schafft es den Zuschauer durch genial inszenierte Bilder in ihren Bann zu schlagen. Doch auch später überzeugt der Film auch weiterhin mit gekonnten und ungewöhnlichen Einstellungen, so kippt die Kamera zu weilen aus der Achse oder beobachtet Jacob vom Fußboden aus. Auch der Einsatz von Licht und Farbe schafft durchweg überaus ausdrucksstarke und atmosphärische Bilder. Der Titel Jacob’s Ladder an sich ist bereits ein Verweis auf das gleichnamige Element der jüdischen Mythologie und so arbeitet Adrian Lyne auch im Film allgemein sehr viel auf der metaphorisch, mythologischen Ebene.  Glücklicherweise war mir diese biblische Begebenheit davor nicht bekannt, da dieses Wissen mir wohl ein Großteil der Quintessenz dieses beeindruckenden Filmes vorweggenommen hätte.

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The Boy in the Striped Pyjamas (GB, USA 2008)

Dezember 20, 2009

Abenteuer am Elektrozaun – 4/10

Sehr emotionales und dick aufgetragenes Drama auf erbärmlich schwachem historischen Fundament. Der Film weiß zwar mit teilweise sehr schön inszenierten Bildern zu gefallen, vor allem die Außenszenen überzeugen mit einer Beleuchtung, die das ganze fast in ein surreales Licht zu tauchen scheint. Mehr hat der Streifen filmerisch aber nicht zu bieten und erreicht mit seinen immergleichen Einstellungen höchstens Fernsehniveau.

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Touch of Evil (USA, 1958)

Dezember 20, 2009

Nothing less than Orson Welles himself – 8/10

Touch of EvilWunderbare Optik des klassischen Film Noir und eine unglaubliche Kamerafahrt in einer einzigen Einstellung gleich zu Beginn, was will man mehr? Alles ist da, krasse hell-dunkel Kontraste im flackernden Licht, die obligatorische Jalousie, Spiegeleffekte und und und, es fehlt eigentlich nur noch der Regen!? Orson Welles als Captain Quinlan gibt den Prototypen des fiesen Noir Cops, während Dennis Weaver als Nachtportier brilliert. Touch of Evil ein genialer Abschluß einer Ära und ein ausgezeichneter Film!

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Loft (Belgien, 2008)

Dezember 20, 2009

Tödliche Affären – 8.5/10

Triebe, Liebe und Intrigen. Eine oft gesehene tödliche Mischung im Film, jedoch selten so schön und spannend in Szene gesetzt, wie in Erik van Looys luxuriös, dekadenten Loft. Der Film ist nicht frei von Längen, schafft es aber dennoch, die knappen zwei Stunden in spannenden, ästhetisch gefilmten Rückblenden dahinschmelzen zu lassen. Van Looy wechselt gekonnt zwischen den verschiedenen Erzählebenen des Films und schafft mit gelungenen Kamerafahrten, schönem Licht, gutem Tempo und nicht zuletzt auch einem fesselnden Soundtrack eine unglaubliche dichte Atmosphäre. Klare Empfehlung!

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