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Schindler’s List (USA, 1993)

Dezember 30, 2009

Marathon der Grausamkeiten – 7.5/10

Nun mußte ich mir dieses vermeintliche Meisterwerk ja doch mal zu Gemüte führen. Meisterwerk? Nein, ich kann mich hier der landläufigen Meinung nicht anschließen.
Ein durchaus guter und sehenswerter Film, aber es fällt mir schwer einen Film als Meisterwerk zu betrachten dessen äußere Form zwar überaus überzeugend ist, Spielberg das Talent abzusprechen vermag ich wohl kaum, dessen Handlung allerdings dabei mehr oder weniger untergeht, abgesehen von der nicht existenten Ausarbeitung der Charaktere.

Der Film gerät dadurch in seinem dreistündigen Marathon zu einer endlosen Abhandlung und Aneinanderreihung von (teils klischeemäßigen) Grausamkeiten. Zwischendurch wird dann ab und zu eine kleine Sequenz über den Protagonisten Schindler hineingequetscht, doch er bleibt am Ende genau so flach gezeichnet, wie die jüdischen Charaktere, welche so generisch dargestellt werden, daß sie einerseits beinahe anti-jüdische Resentiments bedienen, andererseits keinerlei Identifikation ermöglichen. Schindlers Abschied von “seinen Juden” am Ende ist absolut pathetisch und wirkt so aufgesetzt und konstruiert, daß es beinahe schon weh tut.
Für Leute mit gutem Sitzfleisch dennoch aufgrund der filmerischen Qualität sehenswert. In diesem Falle ist aber wohl die synchronisierte Fassung dem Original vorzuziehen. Der grauenvolle Sprachenkauderwelsch war kaum zu ertragen und zerstörte jegliche Atmosphäre.

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